Montag, 3. Juni 2013

Delticom AG mischt den Reifenmarkt auf. 456 Mio. Online-Umsatz

2012 hat die deutsche Delticom AG mit Autoreifen und Zubehör mehr als € 456 Mio. Umsatz gemacht und ist damit Europas führender Reifenhändler im Internet. 1999 gegründet, betreibt das Unternehmen aus Hannover heute in 42 Ländern über 128 Onlineshops, darunter ReifenDirekt in Deutschland, der Schweiz
und Österreich.
Dem Geschäftsbericht 2012 kann man entnehmen, dass inzwischen mehr als 100 Marken und über 25.000 Modelle von Reifen für Pkw, Motorräder, Lkw und Busse, außerdem Kompletträder, Motoröl und
Pkw-Ersatzteile und -Zubehör. Weltweit über 34.000 Servicepartner (in Deutschland 8.400) montieren die online bestellten Reifen.
Allein 2012 konnten mit einem Werbebudget von € 7 Mio 840.000 Neukunden gewonnen werden. In den Kundendatenbanken finden sich inzwischen 6,2 Mio Kundenadressen, die alle 2-3 Jahre neue Winter- oder Sommerreifen benötigen.


Pressefoto Delticom AG - Bestellung Online
Experten schätzen, dass 2012 europaweit nicht wesentlich mehr als 6-% der Reifen online an Endverbraucher verkauft wurden. In den einzelnen Ländern Europas ist der Anteil des Onlinekanals im Reifenhandel noch sehr unterschiedlich. So liegt beispielsweise in Deutschland Experten zufolge der Anteil der im Internet verkauften Reifen aktuell noch unter 10-%.
Das Potenzial ist aber durchaus beachtlich. So gaben in einer Studie des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) 19,2-% (Vorjahr: 16,5-%) der Befragten an, zukünftig Reifen über das Internet kaufen zu wollen. Bei der jüngeren und internet-affineren Zielgruppe fiel der Wert mit 31,0-% (Vorjahr: 30,8-%) noch deutlich höher aus.

Der Reifenmarkt in Europa wächst nicht mehr
Also geht es um Verdrängung und das werden jene Reifenhändler und Autohäuser zu spüren bekommen, die ihren Kunden die Möglichkeit der Online Auswahl und Bestellung verwehren.
Die Werbeintensität ist im Vergleich zum Mode- und Schuhmarkt noch sehr gering. Glaubt man dem Geschäftsbericht von Deltikom so hat man für einen Neukunden nur € 8,3 bezahlt. In manchen wettbewerbs-intensiven Marktsegmenten ist man inzwischen bei € 100.- / Neukunde angelangt.

Auch wenn Amazon und Ebay inzwischen Reifen anbieten, steht dieser Markt noch am Anfang. Noch kauft die Mehrheit der Kunden beim Reifenhändler um die Ecke und hört auf seine Empfehlungen. Aber wie lange noch.Im Schuhmarkt konnte man sich auch nicht vorstellen, dass inzwischen mehr als 20%  online gekauft wird. Das spüren die Schuhhändler, die Entwicklung ist inzwischen existenzgefährdend und Zalando spricht davon, dass 80% der Schuhhändler über kurz oder lang aufhören werden.

Auch die Industrie, Einkaufsverbände und der Großhandel wären gut beraten rechtzeitig Händler-Shop Lösungen, wie sie ishopinshop bietet, einzuführen und massiv zu unterstützen, wenn sie nicht von Oligopolen in die Zange genommen werden möchten. Der Kunde will sich online informieren und bestellen, auch wenn die Montage bei der Werkstatt bleiben wird.


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